Keine drei Wochen mehr, dann geht es ab nach Japan. Meine Vorfreude und Aufregung steigen spürbar – wie die Fieberkurve, wenn man einen Krankheitsrückfall hat. Und so fühle ich mich auch: fiebrig. Aber keine Angst, was mich mal wieder erwischt hat, ist der schönste Virus der Welt: Reisefieber. Und das beste Heilmittel gegen Fernweh ist für mich immer noch möglichst weit nach Osten zu fliegen. Also nach Japan.

Nun reise ich nicht zum ersten, sondern zum dritten Mal ins Land der aufgehenden Sonne, da ich das unverschämte Glück habe, dass dort Verwandte und Freunde von mit leben. Meine letzte Reise ist mittlerweile aber schon acht Jahre her. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Der Tokyo Sky Tree wurde gebaut (teuer, aber egal, ich will da rauf), der Yen ist stark gefallen (vor acht Jahren bekam man für einen Euro rund 100 Yen, heute sind es etwa 125) und im AKW von Fukushima kam es zu einer Kernschmelze (unglaublich, dass die japanische Regierung die Atommeiler wieder hochfahren lässt!).

Zum ersten Mal seit längerer Zeit habe ich große Lust, mich auf eine Reise ausgiebig vorzubereiten. Ist eben doch was anderes, ob man zwei Wochen nach Griechenland fährt, oder einmal um die halbe Welt nach Japan reist. Außerdem steigert bei mir die Reisevorbereitung immer die Vorfreude. Wenn ich mir vorstelle, in Kyoto die kontemplative Atmosphäre eines Zen-Gartens zu genießen oder mich in Tokyo in den quirligen Neon-Wahnsinn von Shibuya zu werfen, juckt es mich in den Fingern, mit der Planung loszulegen.

Aber wo anfangen?

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Die wohl berühmteste Kreuzung der Welt: Shibuya Crossing bei Nacht

1. Japan-Reiseführer auswählen

Als erstes muss ein guter Reiseführer her! Klar, danach kann man auch online stöbern, aber gerade bei Reiseführern finde ich es viel praktischer, im stationären Buchhandel mehrere direkt miteinander zu vergleichen. So lässt sich meist am schnellsten herausfinden, welcher am ehesten meinen Bedürfnissen entspricht. Ich habe vor allem drei Anforderungen:

  1. Ich reise alleine und organisiere alles komplett selbst, daher sind mir viele praktische Informationen wichtig. Wie komme ich von A nach B? Wie lange brauche ich zum Flughafen? Wann sollte ich welche Orte lieber meiden? Außerdem brauche ich gute Straßenkarten zur Orientierung.
  2. Weil ich zum dritten Mal in Japan bin, habe ich schon viele der touristischen Hot Spots abgeklappert. Der Reiseführer sollte also mehr als Kinkakuji in Kyoto und den Kaiserpalast in Tokyo empfehlen. Ich möchte auch kleinere, unbekanntere oder abgeschiedenere Orte besuchen, z.B. buddhistische Pilgerpfade.
  3. Ich liebe schöne Bücher. Auch wenn mir der Informationsgehalt deutlich wichtiger ist, spielt für mich die Ästhetik eines Reiseführers durchaus auch eine Rolle. Mit einem, der z.B. nur sehr wenige Fotos hat oder hässliche Stockbilder verwendet, werde ich nicht so schnell warm.

An einem Feierabend investiere also zwei Stunden in die Auswahl meines Reiseführers und begebe mich zu einem Buchhändler, der immer viele Reiseführer auf Lager hat. Vier Bücher kommen nach einem kurzen Scannen der Japan-Sektion in die Auswahlrunde:

1.1 National Geographic Traveller Japan

Ich bin noch nie mit einem Reiseführer von National Geographic unterwegs gewesen. Er landet hauptsächlich in meiner Auswahl, weil er sehr schöne Fotos enthält und gut in der Hand liegt. Ein Bild von einem alten Samurai-Viertel in Hagi etwa lässt mich kurz aufseufzen: Genau deswegen will ich wieder nach Japan! Beim Reinblättern zeigt sich aber schnell: Optisch ein Highlight, den Informationsgehalt finde ich aber zu dürftig – mit 416 Seiten ist er auch der schmalste der vier Bände.

1.2 Reise Know-How Japan

Mit 744 Seiten kommt der Reiseführer aus dem Reise Know-How-Verlag wesentlich umfangreicher daher. Da ich vor zehn Jahren mal mit einem nach meinem Empfinden ziemlich miesen Reiseführer aus diesem Verlag in Laos unterwegs war, habe ich gewisse Vorbehalte. Allerdings bin ich positiv überrascht: Die Informationen sind umfangreich und auch viel besser aufbereitet, als ich es in Erinnerung hatte. Was mir aber zu kurz kommt, sind überregionale Infos, z.B. zu Reiserouten oder Highlights.

1.3 Stefan Loose Travel Handbücher Japan

Mit Reiseführern aus diesem Verlag habe ich bislang gute Erfahrungen gemacht, z.B. in Thailand. Mit 656 Seiten ist er zwar etwas schmaler als der Reiseführer aus dem Know-How Verlag, dennoch finden sich hier Informationen, die ich bei dem anderen vermisst habe, z.B. zu Highlights und Reiserouten. Die Inhalte erscheinen mir umfassend und gut aufbereitet – bislang mein Favorit. Allerdings: Schön ist er nicht gerade. Die Fotos im Innenteil sind z.B. schwarz-weiß gehalten, auch ansonsten finde ich ihn optisch wenig ansprechend. Vielleicht gibt es ja einen Reiseführer, der beides kann: guter Inhalt und schönes Design?

1.4 And the winner is: Lonely Planet Japan

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Damals wie heute mein Favorit: der Lonely Planet

Ja, den gibt es: der Lonely Planet. Tatsächlich habe ich meine erste Reise nach Japan 2003 mit einem Lonely Planet gemacht, damals noch mit einer englischen Ausgabe, weil er noch nicht auf Deutsch veröffentlicht wurde. Aus nostalgischen Gründen habe ich diesen Reiseführer immer noch – immerhin war das damals meine erste große Reise (zum ersten Mal bin ich alleine verreist, zum ersten Mal außerhalb Europas, zum ersten Mal mit dem Rucksack). Allerdings geben nicht nostalgische Gefühle, sondern praktische Erwägungen auch dieses Mal wieder den Ausschlag für den Lonely Planet: Er ist nicht nur mit Abstand der umfangreichste der vier Reiseführer (966 Seiten), er enthält auch am meisten Detailkarten (176, um genau zu sein). Außerdem gibt er umfangreiche Tipps zu Highlights (darunter auch welche, die ich noch nicht kenne und sehr spannend finde), zu Reiserouten abseits der üblichen Pfade und zu weiteren interessanten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten (z.B. moderne Architektur, Onsen, lokale Spezialitäten). Kurz: Die Infos sind nicht nur sehr umfangreich, sie sind auch gut strukturiert – da wurde in den vergangenen Jahren bei Lonely Planet nochmals deutlich nachgebessert. Und auch die Optik überzeugt mich, es sind zahlreiche Fotos abgedruckt, alle davon in Farbe, die enthaltenen Karten sind sehr übersichtlich. Nicht zuletzt finde ich super, dass der Lonely Planet erst im Januar 2016 erschienen ist, die Informationen also wirklich up to date sind. Bingo, gekauft!

 2. Reisepass, Visum etc.

Was diese Formalien angeht, ist Japan ein extrem angenehmes Reiseland. Als deutscher Staatsbürger braucht man lediglich einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist – das war’s auch schon. Sofern man aus rein touristischen Zwecken das Land besucht – also weder arbeiten noch studieren will – bekommt bei der Einreise am Flughafen eine Aufenthaltserlaubnis (Landing Permission) als Temporary Visitor für zunächst 90 Tage, die auf 180 Tage verlängert werden kann. Das sollte reichen, um nicht bloß die bekanntesten Sehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern auch noch auf Okinawa surfen zu lernen, die Japanischen Alpen zu erwandern und sich zum Sushi-Meister ausbilden zu lassen.

(Achtung: Für diese Angaben übernehme ich keine Garantie! Sie stammen zwar von den Seiten des Auswärtigen Amtes – Stand: 10.4.2016 –, aber da sich Reisebestimmungen schnell mal ändern können, bitte immer dort für die neusten Informationen nachschauen.)

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So kitschig, dass er schon wieder schön ist: Kinkakuji in Kyoto

3. Unterkunft buchen

In vielen asiatischen Ländern muss man nicht im Voraus buchen, sondern kann sich nach seiner Ankunft an einem Ort spontan die Unterkunft herauspicken, die einem am meisten zusagt. Das habe ich schon oft in Thailand gemacht, in Kambodscha und in Laos (zugegeben, manchmal mit der Konsequenz, dass ich in einer ranzigen Absteige gelandet bin, weil nichts Besseres mehr frei war). Diese Spontaneität macht für mich einen Teil des Charmes vom Reisen auf eigene Faust aus.

In Japan geht das leider nicht. Nicht nur mein Reiseführer rät davon ab, auch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es hier nicht so gut funktioniert, spontan irgendwo aufzuschlagen. Vor allem zu den Hauptreisezeiten (Kirschblüte im April, Goldene Woche im Mai, Zeit des Herbstlaubs im Oktober) sollte man auf jeden Fall mindestens zwei bis drei Monate im Voraus buchen – wer besondere Wünsche hat, eher noch früher.

Tipps für Unterkünfte liefert dein Reiseführer, aber natürlich kannst du auch auf den normalen Online-Hotelportalen suchen. Es lohnt sich, auch jeweils einen Blick auf die hoteleigene Homepage zu werfen, denn dort gibt es oft spezielle Angebote, z.B. drei Nächte zum Preis von zwei oder einen Preisnachlass, wenn man mehr als vier Wochen im Voraus bucht. Darüber habe ich schon das ein oder andere Schnäppchen gemacht.

Keine Angst: Japan ist keinesfalls so teuer, wie es immer heißt. Natürlich kann man – besonders in Tokyo – mehrere hundert Euro für eine Nacht hinblättern. Ein atemberaubender Ausblick vom 20. Stock auf die größte Stadt der Welt kostet eben eine Kleinigkeit. Aber es geht auch wesentlich günstiger. Preiswerte Business-Hotels starten bei etwa 50 Euro die Nacht, also bei einem Preis, den man auch in Deutschland für eine Hotelübernachtung zahlen muss. Wer noch weniger ausgeben will, für den gibt es hier drei Budget-Tipps:

3.1 Hostels

In Japan gibt es viele Hostels. Besonders zwei Ketten sind bekannt: J Hoppers und K’s House. Ich habe mit beiden gute Erfahrungen gemacht, was Sauberkeit sowie Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals angeht. Beide Ketten haben in zahlreichen Städten Filialen. Daneben gibt es aber noch unzählige weitere, oft familiengeführte Hostels. Wie überall auf der Welt, findet man in Hostels leicht Kontakt zu anderen Reisenden. Hinzu kommt in Japan, dass diese Unterkünfte ausgesprochen sauber und sicher sind. Betten im Schlafsaal fangen bei ca. 20 Euro die Nacht an – billiger wird man in Japan nicht unterkommen. Fast alle Hostels verfügen auch über Einzel-/Doppelzimmer, die zwar meist sehr klein, aber funktional sind – eine etwas günstigere Alternative zu Business-Hotels. Eine gute Möglichkeit, nach Hostels zu suchen, ist übrigens die Seite www.hostelworld.com.

  • geeignet für: preisbewusste Reisende, die gerne Gesellschaft haben
  • weniger geeignet für: Leute, die ihre Ruhe haben wollen, um das Wesen des Zen zu ergründen

3.2 Ryokan

Ryokan sind klassische japanische Herbergen, die normalerweise in alten Häusern untergebracht sind. Das hat seine Vor- und Nachteile. Auf der Pro-Seite steht sicherlich der typisch japanische Charme dieser Unterkünfte: Die Türen sind oft Shoji-Schiebetüren aus Papier, auf den Böden liegen Tatami-Matten, Kalligrafien hängen an den Wänden. So weit, so schön.

Nachteil ist allerdings, dass es oft nur Gemeinschaftsbäder und -duschen und (Achtung: wichtig für alle Menschen mit Rückenproblemen!) es keine richtigen Betten gibt, sondern nur Futons. Das sind – meist sehr dünne und harte – Matratzen, die tagsüber im Schrank verstaut werden und erst abends auf den Tatami-Boden ausgebreitet werden. Wenn in einer Beschreibung steht, dass das Zimmer im japanischen Stil eingerichtet ist, heißt das immer: Futon. Das letzte Mal, als ich auf einem dieser Dinger geschlafen habe, habe ich mir prompt einen Hexenschuss geholt. Nicht zu unterschätzen, diese Schmerzen. Für mich kommen daher Zimmer im japanischen Stil nicht mehr in Frage – leider, denn tatsächlich gehören sie für mich zu den schönsten in Japan. In Kyoto habe ich mal in einer etwas heruntergekommenen, aber sehr charmanten Herberge übernachtet. Durch die Shoji konnte man nachts hören, wie der Bambus im Garten im Wind rauschte. Ein Geräusch, das fast nach Gesang klingt – magisch.

Übrigens sind längst nicht alle Ryokans günstig – tatsächlich gehören manche zu den teuersten und exquisitesten Unterkünften Japans, in denen z.B. jedes Zimmer über einen privaten Steingarten verfügt und ausschließlich japanische Haute Cuisine serviert wird. Aber wenn für dich ein gemischter Schlafsaal im japanischen Stil mit Gemeinschaftsbad ausreicht, findest du Ryokans mit ähnlichen Preisen wie Hostels, also ab ca. 20 Euro pro Nacht.

  • geeignet für: Japan-Romantiker
  • weniger geeignet für: Menschen mit – aua- Rückenproblemen

3.3 Kapsel-Hotels

Eine weitere günstige Unterkunftsart – und ein sehr japanische Erfindung – sind die sogenannten Kapsel-Hotels. Hier sind die „Zimmer“ meistens nur zwei Quadratmeter groß mit einer Raumhöhe von ca. 1,20 m. Ja, richtig gehört, es handelt sich eben nicht um normale Zimmer, sondern um Kapseln. Manche sprechen auch von geräumigen Särgen – Klaustrophobie ick hör dir trapsen. Entwickelt wurden die Kapselhotels für Angestellte, die nach der Arbeit den letzten Zug nach Hause versäumt haben – was in Japan oft vorkommt, weil erwartet wird, dass man sich nach der Arbeit mit Chef und Kollegen noch ordentlich einen hinter die Binde kippt. Zum Wohle der Firma oder so.

Entsprechend einfach ist die Ausstattung in diesen Etablissements: Kapseln, Gemeinschaftsduschen, Getränke- und Snackautomaten, that’s it. Preistechnisch liegen sie irgendwo zwischen Hostel und Business-Hotel. Ich war noch nie in einem Kapselhotel, zum einen weil ich nicht so gerne in Särgen schlafe, zum anderen weil die meisten Kapselhotels nur für Männer zugänglich sind. Was?!? Diskriminierung! Andererseits: Welcher Frau würde es ernsthaft Spaß machen, die Nacht mit einer Horde besoffener japanischer Angestellter zu verbringen? Eben. Mittlerweile gibt es daher einzelne Kapselhotels, die nur für Frauen zugänglich sind. Eindeutig ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung: Wir haben auch das Recht, besoffen in einem Sarg zu schlafen.

  • geeignet für: Japan-Abenteurer, besoffene japanische Angestellte, Grufties (Sarg-Feeling, yeah!)
  • weniger geeignet für: Klaustrophobiker, Frauen, klaustrophobische Frauen

4. Japan Rail Pass

Wie gesagt: Japan ist nicht so teuer, wie man denkt. Eine gute Möglichkeit, sich viel von dem Land anzusehen, ohne dabei arm zu werden, ist der Japan Rail Pass. Mit ihm kann man alle JR-Züge im ganzen Land in einem bestimmten Zeitraum nutzen so oft man will – auch die superschnellen Shinkansen (einzige Ausnahme ist der Nozomi-Superexpress). Achtung: Kaufen kann man den Rail Pass nur im Ausland, also vor Reiseantritt! Man erwirbt ihn entweder über ein Auslandsbüro von Japanese Airlines oder All Nippon Airways oder aber über eine Reiseagentur. Ich habe meinen bei Japan Experience bestellt. Die Zahlung wird per Kreditkarte abgewickelt, der Pass per FedEx versandt – sehr easy. Die aktuellen Preise:

  • 7 Tage: 230 Euro
  • 14 Tage: 367 Euro
  • 21 Tage: 470 Euro

Auch wenn das erst einmal viel klingt, kommt man schnell auf seine Kosten. Um etwa den Preis für den 7-Tage-Pass rauszuholen, muss man nur einmal mit dem Shinkansen von Tokyo nach Kyoto fahren. Der Japan Rail Pass macht das Reisen aber nicht nur billiger, sondern auch einfacher, weil man sich so nicht vor jeder Zugfahrt ein neues Ticket besorgen muss. Wer schon mal mit einer japanischen Bahnangestellten, die kein Wort Englisch spricht, um ein Ticket gefeilscht hat, weiß das sehr zu schätzen. Mein Tipp: eine wirklich sinnvolle Investition!

5.  Japanisch lernen/auffrischen

Nein, Japanisch ist keine Sprache, die man mal eben nebenbei lernen kann. Das liegt zum einen an der extrem komplizierten Grammatik, zum anderen an den Schriftzeichen. Ein Freund von mir, der Japanisch studiert und längere Zeit in Tokyo gelebt hat, hat mir einmal glaubhaft versichert, dass Japanisch über das schwierigste Zeichensystem aller Sprachen verfügt. Der Legende nach muss man sechs Jahre lang jeden Tag drei Stunden Schriftzeichen büffeln, ehe man eine japanische Tageszeitung lesen kann – und selbst dann auch nur mit Hilfe eines Wörterbuchs.

Allerdings hat Japanisch auch einen riesigen Vorteil: Die Aussprache ist relativ einfach. Anders als viele andere asiatische Sprachen – etwa Chinesisch, Vietnamesisch oder Thai – ist Japanisch keine tonale Sprache. Wenn man also einen japanischen Satz in lateinischer Umschrift vorliest, können Japaner ihn normalerweise verstehen. Ausnahmen bestätigen leider die Regel: Manche Japaner sind derart davon überzeugt, dass sie Ausländer ohnehin nicht verstehen können (weil die ja bekanntlich von einem anderen Stern stammen), dass sie es auch gar nicht erst versuchen. Da kann man sich noch so sehr um eine möglichst korrekte Aussprache bemühen.

Zum Glück sind die meisten Japaner aber sehr hilfsbereit und vor Entzückung oft ganz aus dem Häuschen, selbst wenn man gerade mal ein simples „arigato“ hinbekommt. Es lohnt sich also, ein paar Begrüßungs- und Höflichkeitsfloskeln zu lernen. Fast alle Reiseführer enthalten auch einen Abschnitt mit den wichtigsten Wörtern und Redewendungen. Daneben kann ich den Kauderwelsch-Sprachführer Japanisch von Reise Know-How empfehlen. Er deckt viele Alltagssituationen ab und liefert jeden Satz in japanischen Schriftzeichen, lateinischer Umschrift und der deutschen Übersetzung – sehr nützlich! Natürlich gibt es auch Apps, mit denen man Japanisch lernen kann. Ich habe die kostenfreie Basis-Version von Nemo Japanisch ausprobiert (gibt’s für iOS und Android), und finde sie sehr praktisch, um seine Aussprache zu trainieren.

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Das Wichtigste nicht vergessen: sich auf die Reise zu freuen! Das gelingt am besten bei grünem Tee und Räucherstäbchen.

6. Vorfreude auskosten

Reiseführer besorgt, Unterkunft gebucht, Japan Rail Pass bestellt, ein paar japanische Höflichkeitsfloskeln gelernt. Puh, wer das alles erledigt hat, darf sich aber wirklich in einen Sessel fläzen, ein Räucherstäbchen anzünden, einen Becher Tee trinken – und die Vorfreude auf ein wunderschönes Land in vollen Zügen genießen.

Japan, ich komme!